Die Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut trauert um Rita Süssmuth
Als beständiges Mitglied der Beratenden Kommission NS-Raubgut hat Rita Süssmuth gerechte und faire Lösungen in Fällen von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt.
Mehr als zwei Jahrzehnte engagierte sich die frühere Präsidentin des Deutschen Bundestages, Professorin Rita Süssmuth, ehrenamtlich als Mitglied der Beratenden Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe von NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus jüdischem Besitz. Als Gründungsmitglied gehörte sie der Kommission seit 2003 an und prägte deren Arbeit bis zu deren Auflösung am 30. November 2025. Damit war sie das einzige Mitglied, das der Beratenden Kommission NS-Raubgut durchgängig angehörte.
Rita Süssmuth war eine der prägenden Persönlichkeiten des zunächst acht-, später zehnköpfigen Gremiums. Ihr besonderes Anliegen war es stets, erlittenes Unrecht anzuerkennen und zu einem gerechten Ausgleich beizutragen. Auf ihre Fähigkeit, komplexe historische und moralische Fragen mit großer Ernsthaftigkeit, Klarheit und Empathie zu durchdringen, konnten sich ihre Kolleginnen und Kollegen jederzeit verlassen. Mit ihrem offenen Geist, ihrer kritischen Stimme und ihrem sicheren historischen wie moralischen Kompass war sie über 23 Jahre hinweg eine wichtige Orientierung für die Kommission.
An der Verabschiedung der Mitglieder der Beratenden Kommission NS-Raubgut am 26. Januar 2026 durch den Beauftragten für Kultur und Medien, Herrn Dr. Wolfram Weimer, konnte sie nicht mehr teilnehmen. Rita Süssmuths kritische Begleitung der neu geschaffenen Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut, die am 1. Dezember 2025 ihre Arbeit aufgenommen hat, wäre für diese sicher von großem Interesse gewesen.
Das Präsidium der Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut und die Mitarbeitenden der Schiedsstelle trauern um eine herausragende Persönlichkeit, deren Engagement, Integrität und Menschlichkeit das Wirken der Beratenden Kommission NS-Raubgut nachhaltig mitgestaltet hat.
Foto: Stella von Saldern